Gefrierschrank Stromverbrauch: kWh, Klasse und Kosten pro Jahr
Ein Gefriergerät läuft 8.760 Stunden im Jahr. Über eine Lebensdauer von zehn bis fünfzehn Jahren summiert sich der Stromverbrauch leicht auf den zweiten Kaufpreis. Wie Sie den Jahresverbrauch lesen, umrechnen und einordnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die maßgebliche Zahl ist der Jahresverbrauch in kWh/Jahr auf dem Energielabel – nicht der Buchstabe daneben.
- Stromkosten im Jahr = kWh/Jahr × Ihr Strompreis. Bei 35 Cent je kWh kostet ein Gerät mit 219 kWh/Jahr rund 77 € im Jahr.
- Die Energieeffizienzklassen wurden 2021 neu skaliert: A bis G, und A ist bewusst zunächst nahezu unbesetzt geblieben.
- Die Klasse setzt den Verbrauch ins Verhältnis zur Größe. Ein großes Gerät der Klasse E kann mehr Strom brauchen als ein kleines der Klasse C und trotzdem effizienter sein.
- In diesem Vergleich nennen nur vier von dreizehn Datenblättern einen Jahresverbrauch. Wo keine Zahl steht, schreiben wir keine hin.
Was der Jahresverbrauch in kWh aussagt
Der Wert auf dem Energielabel stammt aus einem genormten Messverfahren: Das Gerät läuft bei einer festgelegten Umgebungstemperatur, ohne dass jemand die Tür öffnet, und der Verbrauch wird auf 365 Tage hochgerechnet. Er ist deshalb ein Vergleichswert, keine Vorhersage für Ihre Stromrechnung.
In der Wohnung weichen Sie in beide Richtungen davon ab. Ein Gerät in einem 25 °C warmen Raum arbeitet mehr als eines im 16 °C kühlen Keller. Ein Gerät, das täglich zehnmal geöffnet wird, ebenfalls. Umgekehrt hilft ein gut gefülltes Gerät: Gefrorenes hält die Kälte, Luft nicht. Für den Vergleich zweier Geräte ist der Laborwert trotzdem das beste verfügbare Maß – er wird für alle nach denselben Regeln ermittelt.
Stromkosten pro Jahr ausrechnen
Die Rechnung hat einen Schritt: Jahresverbrauch in kWh × Strompreis je kWh. Setzen Sie dabei den Preis Ihres eigenen Tarifs ein; er steht auf Ihrer letzten Abrechnung. Wir rechnen auf dieser Site durchgehend mit 35 Cent je kWh, damit die Zahlen vergleichbar bleiben:
| Jahresverbrauch | bei 30 Cent/kWh | bei 35 Cent/kWh | bei 40 Cent/kWh |
|---|---|---|---|
| 105 kWh/Jahr | rund 32 € im Jahr | rund 37 € im Jahr | rund 42 € im Jahr |
| 176 kWh/Jahr | rund 53 € im Jahr | rund 62 € im Jahr | rund 70 € im Jahr |
| 219 kWh/Jahr | rund 66 € im Jahr | rund 77 € im Jahr | rund 88 € im Jahr |
| 229 kWh/Jahr | rund 69 € im Jahr | rund 80 € im Jahr | rund 92 € im Jahr |
Die vier Zeilen sind die Jahresverbräuche, die in diesem Vergleich tatsächlich im Datenblatt stehen. Über zwölf Jahre Nutzungsdauer trennt die erste von der letzten Zeile bei 35 Cent je kWh rund 520 € – ungefähr der Preis eines weiteren Geräts. Das ist das Argument dafür, den Verbrauch beim Kauf ernst zu nehmen; es ist zugleich kein Argument dafür, ein funktionierendes Gerät vorzeitig zu ersetzen, denn dann steht dem der volle Kaufpreis gegenüber.
Die Energieeffizienzklasse seit 2021
Seit März 2021 gilt für Kühl- und Gefriergeräte eine neue Skala von A bis G. Die alten Klassen A+, A++ und A+++ sind entfallen. Der Maßstab wurde dabei bewusst so gesetzt, dass die Spitzenklasse A anfangs fast leer blieb – Hersteller sollten Raum für Verbesserungen haben. Ein Gerät, das früher A++ trug, landet in der neuen Skala regelmäßig bei E oder F, ohne dass sich an ihm etwas geändert hätte.
Das erklärt eine Beobachtung, die in unserem Vergleich mehrfach auftaucht: Datenblätter führen beide Angaben nebeneinander. Bei einem Einbaugerät steht an einer Stelle Energieeffizienzklasse E mit 176 kWh im Jahr, an anderer Stelle A++ mit 157 kWh im Jahr – zwei Messverfahren, zwei Zahlen, ein Gerät. Wir rechnen in solchen Fällen mit dem Wert der aktuellen Skala.
Wichtiger als der Buchstabe ist, was er misst: Die Klasse setzt den Verbrauch ins Verhältnis zur Größe. Ein 300-l-Gerät der Klasse E verbraucht in absoluten Zahlen mehr als ein 90-l-Gerät der Klasse C und arbeitet je Liter Nutzinhalt trotzdem sparsamer. Wer zwei Geräte unterschiedlicher Größe vergleicht, schaut deshalb auf beide Angaben – Klasse und kWh.
Warum bei vielen Geräten keine Zahl steht
Neun der dreizehn Datenblätter in diesem Vergleich nennen keinen Jahresverbrauch; bei sechs fehlt zusätzlich die Energieeffizienzklasse. Das ist ärgerlich, aber kein Beleg für ein schlechtes Gerät – vor allem Truhen aus dem Einstiegs- und dem Gewerbebereich werden auf den Verkaufsseiten unvollständig beschrieben.
Wir tragen in diesen Fällen nichts nach, auch keine geschätzte Zahl. Was Sie tun können: Das vollständige Energielabel und das Produktdatenblatt müssen beim Verkauf zugänglich sein und liegen jedem Neugerät bei. Fragen Sie beim Händler danach, bevor Sie bestellen – die Angabe ist Pflicht, nur eben nicht immer sichtbar platziert. Für unsere Bewertung heißt es, dass die Teilnote „Stromverbrauch“ bei diesen Geräten schwächer belegt ist als bei den vieren mit Zahl; wie wir damit umgehen, steht in der Bewertungsmethodik.
Was den Verbrauch im Alltag senkt
- Kühl aufstellen. Jedes Grad weniger Umgebungstemperatur spart Arbeit am Kompressor. Keller und Hauswirtschaftsraum sind ideal – solange die Klimaklasse den Raum hergibt.
- Abstand zur Wand einhalten. Die Wärme muss hinten weg; steht das Gerät zu dicht, staut sie sich und der Kompressor läuft länger.
- Nicht wärmer als nötig, nicht kälter als nötig. -18 °C sind die Vorgabe für die Vier-Sterne-Kennzeichnung. Jedes Grad darunter kostet zusätzlich Energie, ohne die Haltbarkeit nennenswert zu verlängern.
- Eisschicht entfernen. Eine dicke Vereisung wirkt wie eine Dämmung zwischen Kälte und Gefriergut und treibt den Verbrauch. Mehr dazu im Ratgeber No Frost und Abtauen.
- Gut füllen, ruhig auch mit Wasserflaschen. Gefrorene Masse hält die Temperatur, wenn die Tür offen steht.
- Warmes nicht einfrieren. Speisen vorher abkühlen lassen – sonst heizen sie das ganze Gerät.
Das sparsamste Gerät in diesem Vergleich
Gemessen am ausgewiesenen Jahresverbrauch ist das folgende Gerät das sparsamste in unserem Feld. Der Vergleich ist allerdings nur die halbe Wahrheit: Es ist zugleich das kleinste Gerät mit einer Verbrauchsangabe, und wer mehr Nutzinhalt braucht, spart mit ihm nichts – er kauft dann zwei. Je Liter Nutzinhalt gerechnet liegt es mit rund 1,21 kWh über zwei der drei größeren Geräte mit ausgewiesenem Verbrauch (rund 1,02 bzw. 1,18 kWh je Liter), aber unter dem dritten: Beim Bosch GIV21AFE0 stehen 176 kWh im Jahr einem Nutzinhalt von nur 96 l gegenüber, rund 1,83 kWh je Liter – das höchste Verhältnis von Verbrauch zu Nutzinhalt unter den vier Geräten mit ausgewiesener Zahl. Niedrigster Absolutverbrauch und bestes Verhältnis zum Nutzinhalt fallen hier auseinander.
Exquisit Gefrierschrank GS581-040C 87 L
87 l Nutzinhalt als kompaktes Zweitgerät mit Energieeffizienzklasse C, dafür lässt sich die Temperatur nur in drei groben Stufen regulieren.
Lohnt sich der Austausch eines alten Geräts?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, und Sätze wie „halbiert Ihre Stromkosten“ führen in die Irre. Die Rechnung braucht drei Größen: den Verbrauch Ihres jetzigen Geräts, den des neuen und Ihren Strompreis. Den ersten Wert bekommen Sie am ehesten mit einem Energiekostenmessgerät zwischen Stecker und Steckdose – über mehrere Tage gemessen und hochgerechnet, weil der Kompressor in Intervallen läuft.
Erst wenn die jährliche Ersparnis den Kaufpreis in einem überschaubaren Zeitraum aufwiegt, ist der Austausch auch wirtschaftlich. Bei Geräten, die 15 Jahre und älter sind, geht diese Rechnung häufig auf; bei einem acht Jahre alten Gerät meist nicht.
Fazit
Achten Sie beim Kauf auf die Zahl in kWh/Jahr, rechnen Sie sie mit Ihrem eigenen Strompreis in Euro um und setzen Sie das Ergebnis ins Verhältnis zum Nutzinhalt, den Sie wirklich brauchen. Ein zu großes Gerät ist der teuerste Fehler in dieser Rechnung – wie viel Liter für Ihren Haushalt sinnvoll sind, steht im Ratgeber zu Größe und Nutzinhalt. Nur vier der dreizehn Geräte in diesem Vergleich weisen im Datenblatt einen Jahresverbrauch aus – deren Werte stehen weiter oben auf dieser Seite; bei den übrigen neun fehlt die Angabe.